Während Teile Nordenglands und Schottlands etwas Regen abbekommen haben, hat es in großen Gebieten anderswo kaum nennenswerte Niederschläge gegeben, was den Druck auf das Weidewachstum, die Futterversorgung und die Entscheidungen im Herdenmanagement erhöht.
Laut den Weidewirtschaftsberatern von LIC UK liegt der durchschnittliche Weidebestand auf vielen Betrieben derzeit bei etwa 1,800 kg Trockenmasse pro Hektar und damit deutlich unter dem Wert, den Landwirte üblicherweise im Herbst anstreben. In Verbindung mit der geringeren Futterverfügbarkeit im Sommer erreichen einige Herbstkalberherden zudem nicht die angestrebten Körperkonditionswerte vor dem Kalben und der Paarung.
Zusätzlich zu dieser Herausforderung wird es fraglich sein, ob die Winterfutterreserven ausreichen werden, wenn die gegenwärtigen Bedingungen anhalten.
Die Erholung im Herbst wird Zeit brauchen.
Regen wird zwar überall willkommen sein, wo er fällt, aber die Landwirte sollten hinsichtlich des Erholungszeitraums realistisch bleiben.
Weideexperten schätzen, dass es selbst nach ergiebigen Regenfällen vier bis sechs Wochen dauern kann, bis der durchschnittliche Trockenmasseertrag auf den Weideflächen wieder bei etwa 2,200 kg Trockenmasse pro Hektar liegt. Dadurch bleibt nur ein kurzes Zeitfenster für den Wiederaufbau der Weideflächen vor Beginn der letzten Weiderotation.
Die entscheidende Frage, die sich viele Landwirte jetzt stellen sollten, lautet: Wenn in diesem Herbst weniger Gras zur Verfügung steht, welche Auswirkungen wird das auf die Winterfutterreserven haben?
Eine frühzeitige Aktualisierung der Futterbudgets und die Sicherstellung zusätzlicher Futterlieferungen werden entscheidend sein, um das Risiko im weiteren Verlauf der Saison zu reduzieren.
Verlassen Sie sich nicht allein auf das Herbstwachstum
Die durch die Sommerhitze entstandenen warmen Bodentemperaturen sollten, sofern es regnet, das Graswachstum bis in den Herbst hinein fördern. Die kürzeren Tage werden jedoch letztendlich die Gesamtmenge des anbaubaren Weidelandes begrenzen.
Zwar können sich die Wachstumsraten nach Regenfällen verbessern, doch sich allein auf das Weidewachstum im Herbst zu verlassen, um Futterknappheit zu beheben, könnte Unternehmen angreifbar machen.
Sorgfältige Fütterungsplanung und realistische Budgetierung bleiben unerlässlich.
Weideflächen nach Regenfällen sorgfältig bewirtschaften
Sobald der Regen einsetzt, müssen Weidequalität und -nutzung genauestens überwacht werden.
Experten warnen davor, dass Weideflächen, die von Trockenheit betroffen sind, Bereiche aufweisen können, die durch Klauenschäden, abgestorbenes Pflanzenmaterial, ungleichmäßigen Nachwuchs oder Nährstoffaufnahme durch Pflanzen vernachlässigt werden. Die Überwachung der Futterreste und die entsprechende Anpassung der Weideflächenzuteilung tragen dazu bei, dass die Kühe das ihnen zugeteilte Futter aufnehmen.
Die Weideflächen sollten auch auf erhebliche Weideverluste untersucht werden. Wo Gräser während der Dürreperiode abgestorben sind, kann eine Nachsaat oder das Einbringen von neuem Saatgut erforderlich sein, um die Weideproduktivität wiederherzustellen.
Entscheidungen früher treffen
Eine der wichtigsten Lehren aus dem Dürremanagement ist, dass wichtige Entscheidungen früher als üblich getroffen werden müssen.
Das Pasture to Profit-Team von LIC empfiehlt, Managemententscheidungen um etwa zwei Monate vorzuziehen, insbesondere bei der Überprüfung des Körperzustands der Kühe und der Selektionsstrategien.
Bei Herden mit Frühjahrskalbung kann dies bedeuten, dass ein früheres Trockenstellen und eine frühere Selektion der Tiere in Betracht gezogen werden sollten, um den Futterbedarf zu reduzieren. Bei Herden mit Herbstkalbung kann eine zusätzliche Kraftfutterfütterung während der Trockenstehzeit und nach der Kalbung erforderlich sein, um den Körperzustand zu erhalten und die Fruchtbarkeit vor der Paarung zu fördern.
Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie kontrollieren können
Auch wenn der Niederschlag außerhalb der Kontrolle der Landwirte liegt, kann eine vorausschauende Planung dazu beitragen, die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit zu minimieren.
Überprüfen Sie regelmäßig die Futterbudgets, beurteilen Sie die Futtervorräte, überwachen Sie den Zustand Ihrer Kühe genau und treffen Sie rechtzeitig Managemententscheidungen. Landwirte, die frühzeitig handeln, sind im Vorteil, da sie die Erholung der Herbstweiden mit der Sicherung der Winterfuttervorräte in Einklang bringen können.
Da sich die Bedingungen ständig ändern, ermutigen die Berater von LIC UK's Pasture to Profit die Landwirte, frühzeitig Rat einzuholen und praktische Pläne zu entwickeln, die auf ihre individuellen Betriebssysteme zugeschnitten sind.



